Beschreibung: In STEP 7 wird zwischen dem Bitmeldeverfahren und dem Meldenummernverfahren unterschieden.
- Bitmeldeverfahren
Beim Bitmeldeverfahren werden die Meldungen in WinCC, ProTool oder WinCC flexible für das HMI projektiert. Diesen Meldungen werden Variablen zugeordnet. Während des laufenden Prozessablaufes werden die Variablen-Werte in regelmäßigen Abständen aus der Steuerung ausgelesen. In Abhängigkeit von den ausgelesenen Werten werden die projektierten Meldungen am HMI angezeigt.
- Meldenummernverfahren
Beim Meldenummernverfahren werden zu meldenden Ereignisse bereits bei der Programmerstellung in STEP7 mit Meldetexten versehen und den Meldenummern zugeordnet.
Meldenummern und zugehörige Meldetexte werden beim Generieren im HMI-Projekt hinterlegt.
Im Produktivbetrieb wird von der CPU somit beim Auftreten eines zu meldenden Ereignisses nur die Meldungsnummer mit dem Zeitstempel zum HMI-Gerät übertragen.
Angezeigt durch das HMI-Gerät wird dann die Meldenummer, der Zeitpunkt des Ereignisses und der dazugehörige Meldetext. ( Der Meldetext ist ja bereits im HMI-Gerät hinterlegt.)
Man unterscheidet hier beim Projektieren zwischen den 3 folgenden Meldungsarten:
- Bausteinbezogene Meldungen
- Symbolbezogene Meldungen
- Anwenderdefinierte Diagnosemeldungen
Die 3 Meldungsarten des Meldenummernverfahren werden in diesem Beitrag beschrieben und es wird auf einzelne Beiträge hingewiesen, die zeigen wie die Meldungen projektiert werden. Der Beitrag soll als Wegweiser für das Meldenummerverfahren dienen.
Der Beitrag enthält folgende Themen:
Bausteinbezogene Meldungen:
Bausteinbezogene Meldungen können unter STEP 7 für Bool-Operanden der Bereiche Eingang(E), Ausgang(A), Merker(M), Daten(D) und Lokaldaten(L)) projektiert werden. Sie werden vom STEP 7-Programm mit Hilfe der Systemmeldebausteine und synchron zum Programmablauf ausgelöst. Die bausteinbezogene Meldung wird zum HMI gesendet, sobald das STEP 7-Programm einen Systemmeldebaustein aufruft. Zusammen mit den bausteinbezogenen Meldungen können auch Begleitwerte aus der Steuerung am HMI angezeigt werden.
Eine Beispiel-Projektierung und eine Beschreibung, wie ALARM_D bzw. ALARM_S Meldungen projektiert werden, finden Sie
- für ProTool unter der Beitrags-ID:23872245
- für WinCC flexible unter der Beitrags-ID: 24013249
Weitere Beschreibungen zum Projektieren bausteinbezogener Meldungen finden Sie in der Hilfe von STEP 7 unter:
- "Bausteinbezogene Meldungen anlegen (CPU-weit)"
- "Bausteinbezogene Meldungen anlegen (projektweit)"
- "Bausteinbezogene Meldungen bearbeiten (CPU-weit)"
- "Bausteinbezogene Meldungen bearbeiten (projektweit)"
Die folgende Tabelle beschreibt die Systemmeldebausteine, die Sie zum Anzeigen von bausteinbezogenen Meldungen in Ihrem Programm verwenden können. Diese Systemmeldebausteine finden Sie im "Standard Library" im Verzeichnis "System Function Blocks".
| Name |
SFB/
SFC |
S7-CPU |
quittier-
bar |
Anzahl der
meldungs-
auslösenden
Signale je
Baustein |
Anzahl der möglichen
Begleitwerte |
Win
CC |
WinCC flexible/
ProTool
|
| ALARM_SQ |
SFC 17 |
S7-300/400 |
ja |
1 |
12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
ja |
ja2) |
| ALARM_S |
SFC 18 |
S7-300/400 |
nein |
1 |
12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
ja |
ja2) |
| ALARM_SC |
SFC 19 |
S7-300/400 |
- |
- |
- |
ja |
ja2) |
| ALARM_DQ |
SFC 107 |
S7-300/4001) |
ja |
1 |
12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
ja |
ja2) |
| ALARM_D |
SFC 108 |
S7-300/4001) |
nein |
1 |
12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
ja |
ja2) |
| NOTIFY_8P |
SFB 31 |
nur S7-400 |
nein |
8 |
10 |
ja |
nein |
| ALARM |
SFB 33 |
nur S7-400 |
ja |
1 |
10 |
ja |
nein |
| ALARM_8 |
SFB 34 |
nur S7-400 |
ja |
8 |
keine |
ja |
nein |
| ALARM_8P |
SFB 35 |
nur S7-400 |
ja |
8 |
10 |
ja |
nein |
| NOTIFY |
SFB 36 |
nur S7-400 |
nein |
1 |
10 |
ja |
nein |
Tabelle 1
1) Die Systemfunktionen SFC 107 und SFC 108 werden von S7-300 CPUs ab Firmware V2.5.0 unterstützt.
2) Ob eine Anzeige der Meldungen möglich ist, hängt vom HMI-Typ ab.
3) Der Alarm_SC (SFC19) ist keine Alarmauslösende Systemfunktion (SFC), sie ist nur zum abfragen des Alarmstatus.
Die in Tabelle 1 genannten Systemmeldebausteine können bei folgenden Netzwerktypen eingesetzt werden:
- Industrial Ethernet
- MPI
- PROFIBUS
Symbolbezogene Meldungen:
Symbolbezogene Meldungen können unter STEP 7 für Bool-Operanden der Bereiche Eingang(E), Ausgang(A) und Merker(M)) projektiert werden. Für die symbolbezogenen Meldungen können auch Begleitwerte projektiert werden. Die Meldungen und die Begleitwerte können mit WinCC angezeigt werden.
Die symbolbezogenen Meldungen können Sie auf den S7-400 CPUs anwenden und werden asynchron zum Programmablauf ausgelöst. Hierbei ist eine Überwachungszeit (SCAN-Raster) einstellbar.
Wie Sie symbolbezogene Meldungen unter STEP 7 projektieren können, finden Sie in der Hilfe zu STEP 7 unter:
- "Symbolbezogene Meldungen anlegen (CPU-weit)"
- "Symbolbezogene Meldungen anlegen (projektweit)"
- "Symbolbezogene Meldungen zuordnen und bearbeiten (CPU-weit)"
- "Symbolbezogene Meldungen zuordnen und bearbeiten (projektweit)"
Anwenderdefinierte Diagnosemeldungen:
Über den SFC 52 (WR_USMSG) können vom Anwender definierte Meldungen und Zusatzinformationen in den S7-Diagnosepuffer der CPU eingetragen werden. Der S7-Diagnosepuffer kann mit WinCC und ProTool am HMI angezeigt werden. Das Anzeigen des S7-Diagnosepuffers ist unter WinCC flexible mit SFC 52 nicht möglich. Für WinCC flexible können andere Bausteine verwendet werden. Bitte beachten Sie dazu die Beiträge:22449810 und 22319131.
Wie Sie anwenderdefinierte Meldungen unter STEP 7 projektieren können, finden Sie in der Hilfe zu STEP 7 unter:
- "Anwenderdefinierte Meldungen löschen (CPU-weit)"
- "Anwenderdefinierte Meldungen löschen (projektweit)"
- "Anwenderdefinierte Meldungen anlegen (CPU-weit)"
- "Anwenderdefinierte Meldungen anlegen (projektweit)"
Weitere Informationen zum SFC 52 finden Sie in der folgenden Tabelle 2:
| Name |
SFB/
SFC |
S7-CPU |
quittier-
bar |
Anzahl der
meldungs-
auslösenden
Signale je
Baustein |
Anzahl der möglichen
Begleitwerte |
Win
CC |
WinCC flexible/
ProTool |
| WR_USMSG |
SFC 52 |
S7-300/400 |
- |
- |
2 Zusatz-
informationen |
ja |
nein/ja 1)2) |
Tabelle 2
1) Das Anzeigen des S7-Diagnosepuffers ist unter WinCC flexible nicht wie unter ProTool verfügbar. Bitte beachten Sie hierzu auch die Beiträge: 22449810 und 22319131.
2) Ob eine Anzeige der Meldungen möglich ist, hängt vom HMI-Typ ab.
Das Mengengerüst der S7-300 CPUs zum Meldenummernverfahren
Bei den Mengengerüsten ist nicht nur die Anzahl der maximal möglichen Meldungen zu berücksichtigen, sondern auch die Anzahl anmeldbarer Stationen für Meldefunktionen.
Bei S7-300 kann man die Kommunikationsverbindungen aufteilen in PG-, OP-, S7-Basis-Kommunikation und Stationen für Meldefunktionen. Die Maximalzahl der Kommunikationsverbindungen und die Aufteilung bestimmen letztendlich, wie viele Meldestationen betrieben werden können.
In der folgenden Tabelle 3 finden Sie das Mengengerüst der S7-300 CPUs, es wird vorausgesetzt, dass die aktuelle Firmware eingesetzt wird, siehe auch Beitrags-ID: 26290163.
| CPU |
Bestell-Nr. |
Max. Anzahl
anmeldbarer
Stationen |
Gleichzeitig
aktive
ALARM_S-
Bausteine |
Max. Anzahl
Begleitwerte
je Meldung |
| CPU 312C |
6ES7312-5BD01-0AB0 |
6 |
20 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
| CPU 312C |
6ES7312-5BE03-0AB0 |
6 |
20 |
| CPU 313C |
6ES7313-5BE01-0AB0 |
8 |
20 |
| CPU 313C |
6ES7313-5BF03-0AB0 |
8 |
20 |
| CPU 313C-2DP |
6ES7313-6CE01-0AB0 |
8 |
20 |
| CPU 313C-2DP |
6ES7313-6CF03-0AB0 |
8 |
20 |
| CPU 313C-2PtP |
6ES7313-6BE01-0AB0 |
8 |
20 |
| CPU 313C-2PtP |
6ES7313-6BF03-0AB0 |
8 |
20 |
| CPU 314C-2DP |
6ES7314-6CF02-0AB0 |
12 |
40 |
| CPU 314C-2DP |
6ES7314-6CG03-0AB0 |
12 |
40 |
| CPU 314C-2PtP |
6ES7314-6BF02-0AB0 |
12 |
40 |
| CPU 314C-2PtP |
6ES7314-6BG03-0AB0 |
12 |
40 |
| |
|
|
|
|
| CPU 312 |
6ES7312-1AD10-0AB0 |
6 |
20 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
| CPU 312 |
6ES7312-1AE13-0AB0 |
6 |
20 |
| CPU 312 |
6ES7312-1AE14-0AB0 |
6 |
300 |
| CPU 314 |
6ES7314-1AF11-0AB0 |
12 |
40 |
| CPU 314 |
6ES7314-1AG13-0AB0 |
12 |
40 |
| CPU 314 |
6ES7314-1AG14-0AB0 |
12 |
300 |
| CPU315-2DP |
6ES7315-2AG10-0AB0 |
16 |
40 |
| CPU 315-2DP |
6ES7315-2AH14-0AB0 |
16 |
300 |
| CPU 315-2 PN/DP |
6ES7315-2EG10-0AB0 |
16 |
40 |
| CPU 315-2 PN/DP |
6ES7315-2EH13-0AB0 |
16 |
40 |
| CPU316-2DP |
6ES7316-2AG00-0AB0 |
12 |
50 |
| CPU317-2DP |
6ES7317-2AJ10-0AB0 |
32 |
60 |
| CPU 317-2 PN/DP |
6ES7317-2EJ10-0AB0 |
32 |
60 |
| CPU 317-2 PN/DP |
6ES7317-2EK13-0AB0 |
32 |
60 |
| CPU318-2DP |
6ES7318-2AJ00-0AB0 |
16 |
100 |
| CPU319-3 PN/DP |
6ES7318-3EL00-0AB0 |
32 |
300 |
| |
|
|
|
|
| CPU315F-2 DP |
6ES7315-6FF01-0AB0 |
16 |
40 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
| CPU315F-2 DP |
6ES7315-6FF04-0AB0 |
16 |
300 |
| CPU315F-2 PN/DP |
6ES7315-2FH10-0AB0 |
16 |
40 |
| CPU315F-2 PN/DP |
6ES7315-2FH13-0AB0 |
16 |
40 |
| CPU317F-2 DP |
6ES7317-2AJ10-0AB0 |
32 |
60 |
| CPU 317F-2 PN/DP |
6ES7317-2FK13-0AB0 |
32 |
60 |
| CPU 317F-2DP |
6ES7317-6FF00-0AB0 |
32 |
60 |
| CPU 317F-2DP |
6ES7317-6FF03-0AB0 |
32 |
60 |
| CPU 319F-3 PN/DP |
6ES7318-3FL00-0AB0 |
32 |
300 |
Tabelle 3
Beispiel zu Tabelle 3 anhand der CPU319-3 PN/DP:
In der CPU319-3 PN/DP können maximal 300 Meldungen (ab FW 2.7.2) aus ALARM_D- bzw. ALARM_S-Bausteinen anstehen. Es können jedoch mehr Meldungen programmiert/projektiert werden.
Das Mengengerüst der S7-400 CPUs zum Meldenummernverfahren In den folgenden Tabellen 4 und 5 finden Sie das Mengengerüst der S7-400 CPUs für das Meldenummernverfahren.
| CPU |
Anzahl anmeldbarer Stationen |
Gleichzeitig
aktive ALARM_S-/
ALARM_D-Bausteine |
Max. Anzahl
Begleitwerte
(Zusatzwerte)
je Meldung bei ALARM_S/
ALARM_D |
ALARM_8-Bausteine |
Max. Länge der über die Begleitwerte
(Zusatzwerte)
SD_i übertragbaren Daten
je Meldung bei NOTIFY
NOTIFY_8P,
ALARM und
ALARM_8P pro SFB1) |
| CPU 412-1 |
8 |
70 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
300 |
432 Byte |
| CPU 412-2 |
8 |
70 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
300 |
432 Byte |
| CPU 414-2 |
8 |
100 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
600 |
432 Byte |
| CPU 414-3 |
8 |
100 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
600 |
432 Byte |
| CPU 416-2 |
12 |
200 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
1800 |
432 Byte |
| CPU 416-3 |
12 |
200 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
1800 |
432 Byte |
| CPU 417-4 |
16 |
200 |
1...12 ( max. Länge aller Begleitwerte zusammen: 12 Byte) |
10000 |
432 Byte |
Tabelle 4: Bausteinbezogene Meldefunktionen bei S7-400
1)Erläuterungen:
Die maximale Länge der Daten, die über die Begleitwerte übertragen werden kann, hängt davon ab,
- ob Quittierungsgetriggertes Melden aktiv ist,
- wie viele Begleitwerte (SD_i) übertragen werden,
- von der maximalen Länge der Datenblöcke der verwendeten CPU und
- von der maximalen Länge der Datenblöcke der Anzeigegeräte.
Die in genannten Werte sind gültig
- wenn Quittierungsgetriggertes Melden inaktiv ist,
- für das Übertragen von einem Begleitwert (SD_i) und
- wenn die maximale Länge der Datenblöcke bei der verwendeten CPU und bei den Anzeigegeräten jeweils bei 480 Byte liegt.
Wie Sie die maximale Länge der Daten berechnen finden Sie im Handbuch „Systemsoftware für S7-300/400 System- und Standardfunktionen“ unter der Beitrags-ID 1214574 im Kapitel 23.1.
| CPU |
Anzahl anmeldbarer Stationen |
Symbol- bezogene Meldungen (max. Anzahl) |
Max. Anzahl Begleitwerte (Zusatzwerte) je Meldung |
| CPU 412-x |
8 |
512 |
1 |
| CPU 414-x |
8 |
512 |
10 |
| CPU 416-x |
12 |
1024 |
10 |
| CPU 417-x |
12 |
1024 |
10 |
Tabelle 5: Symbolbezogene Meldefunktionen bei S7-400
Erläuterungen zu Tabelle 5:
Die Anzahl der möglichen symbolbezogenen Meldungen ist zusätzlich von der eingestellten Überwachungszeit (SCAN-Raster) abhängig.
Beispiel zur genaueren Beschreibung der in Tabelle 4 und Tabelle 5 genannten Maximalwerte anhand der CPU 416-3:
- Für die CPU 416-3 können maximal 1024 symbolbezogene Meldungen projektiert werden. Alle diese Meldungen können gleichzeitig anstehen.
- Für die CPU 416-3 können maximal 1800 ALARM_8 Bausteine programmiert/projektiert werden. Alle diese Meldungen können gleichzeitig anstehen (1800 * 8 Meldungen = 14400 Meldungen).
- In der CPU 416-3 können maximal 200 Meldungen aus ALARM_D- bzw. ALARM_S-Bausteinen anstehen. Es können jedoch mehr Meldungen programmiert/projektiert werden.
Hinweis:
- Beachten Sie bitte, dass die Summe all dieser Meldungen im Allgemeinen nicht gleichzeitig am HMI angezeigt wird. Wie viele Meldungen am HMI gleichzeitig angezeigt werden können hängt vom Mengengerüst Ihres HMIs ab.
- Für ALARM_8-Bausteine werden andere Ressourcen verwendet als für ALARM_S/ALARM_D.
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