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Beschreibung: Das Remanenzverhalten der einzelnen Variablen spielt für den Entwickler schon bei der Programmerstellung eine wichtige Rolle. Der Entwickler hat in seinem Programm meist Variablen, deren Inhalt auch bei NETZ AUS erhalten bleiben soll (remanent) und andere Variablen, die dann auf einen definierten Wert zurückgesetzt werden müssen (nicht remanent). In SIMATIC STEP 7 kann der Entwickler deshalb remanente Operandenbereiche für Daten, Merker; S7-Timer, S7-Zähler konfigurieren, die er dann für remanente Variablen nutzt. In diesem Beitrag wird das Remanenzverhalten der Operandenbereiche bei SIMATIC S7-300 CPUs und C7-Geräten ohne Micro Memory Card (MMC) beschrieben. Das Remanenzverhalten der Operandenbereiche wird für die Zustandswechsel NETZ AUS/EIN, Betriebszustand STOP/RUN und für Urlöschen beschrieben.
Dieser Beitrag bezieht sich nicht auf das Remanenzverhalten bei der CPU S7-318. Das Remanenzverhalten bei der CPU S7 318-2 wird im Beitrag mit der Beitrags-ID 23596519 beschrieben.
Der Beitrag ist in folgende Themenbereiche gegliedert:
Abhängigkeit des Remanenzverhaltens
Das Remanenzverhalten der Operandenbereiche ist bei CPUs ohne MMC abhängig von:
- der CPU
- der Verwendung von Batterie, Akku und Memory Card (MC)
- von der Parametrierung in der HW-Konfiguration
Anmerkung: Nicht alle CPUs und C7-Geräte können mit Batterie oder Akku bzw. mit Memory Card oder Micro Memory Card ausgerüstet werden.
Programmbausteine und die Datenbausteine bei NETZ AUS/EIN
ohne Pufferbatterie:
- Werden die Programm- und Datenbausteine im Arbeitspeicher nicht mit einer Batterie gepuffert, dann gehen diese bei NETZ AUS/EIN verloren. Die Werte in den remanenten Operandenbereichen - wie in der Hardwarekonfiguration (siehe Tabelle 02) konfiguriert - bleiben jedoch erhalten. Nach NETZ AUS/EIN werden die ablaufrelevanten Datenbausteine und Programmbausteine von der FLASH Memory Card (falls gesteckt) oder vom internen FLASH-Ladespeicher (falls vorhanden) in den Arbeitsspeicher geladen., wobei für remanente deklarierte Datenbausteinelemente die Werte aus dem Remanenzspeicher übernommen werden.
Bei nicht remanenten Datenbausteinen, werden die Aktualwerte neu aus dem Ladespeicher geladen. Sind in diesen Datenbausteinen im Ladespeicher keine Aktualwerte vorhanden, dann werden die Anfangswerte aus dem Ladespeicher geladen.
- Datenbausteine und Programmbausteine im internen RAM-Ladespeicher gehen bei NETZ AUS/EIN verloren.
mit Pufferbatterie:
- Bei Einsatz einer Batterie werden die Programmbausteine und alle Datenbausteine im Arbeitspeicher gepuffert. Sie bleiben bei NETZ AUS/EIN erhalten.
- Bei Einsatz einer Pufferbatterie sind alle Datenbausteine remanent.
mit Akku:
- Bei Einsatz eines Akkus wird nur die Uhrzeit gepuffert.
- Die Werte in den remanenten Operandenbereichen - wie in der Hardwarekonfiguration (siehe Tabelle 02) konfiguriert - bleiben jedoch erhalten.
Daten, Merker, S7-Timer und S7-Zähler bei NETZ AUS/EIN
Für NETZ AUS/EIN sind für Merker, S7-Timer und S7-Zähler folgende Punkte gültig:
- Wurde in der HW-Konfiguration ein Remanenzbereich für Merker, S7- Timer, S7-Zähler parametriert (siehe Tabelle 02), so bleiben die Werte in den betreffenden Operandenbereichen erhalten.
- Wurde in der HW-Konfiguration ein Remanenzbereich für Datenbausteine parametriert (siehe Tabelle 02), dann werden die bei NETZ AUS gesicherten Daten wieder in die betreffenden Datenbausteinbereiche übertragen.
Programmbausteine und die Datenbausteine bei Betriebszustand STOP/RUN
Für Programmbausteine und Datenbausteine sind bei Betriebszustand STOP/RUN folgende Punkte gültig:
- Die Programmbausteine und die Datenbausteine bleiben im Arbeitsspeicher erhalten und werden nicht neu aus dem Ladespeicher geladen.
- Es gibt keine Veränderungen der Inhalte der Datenbausteine. Alle Datenbausteine sind remanent
Merker, S7-Timer und S7-Zähler bei Betriebszustand STOP/RUN
Alle in der HW-Konfiguration im Remanenzbereich (Bild 03) eingetragenen Merker, S7-Timer und S7-Zähler bleiben beim Betriebszustand STOP/RUN erhalten. Alle anderen Merker, S7-Timer und S7-Zähler werden zurück gesetzt.
Daten, Merker, S7-Timer und S7-Zähler beim Urlöschen
Beim Urlöschen werden alle Merker, S7-Timer und S7-Zähler zurückgesetzt. Bei Datenbausteinen, werden die Aktualwerte neu aus dem Ladespeicher (FLASH Memory Card oder interner FLASH) geladen. Sind in diesen Datenbausteinen im Ladespeicher keine Aktualwerte vorhanden, dann werden die Anfangswerte aus dem Ladespeicher geladen.
Informationen zum Betriebsstundenzähler finden Sie im Beitrag mit der Beitrags-ID: 2804630.
Wichtig:
Falls Sie nach dem Urlöschen von ihrem PG/PC mit der CPU kommunizieren möchten, haben Sie nur die Möglichkeit diese Kommunikation über die MPI- bzw. MPI/DP-Schnittstelle aufzubauen.
Vergleich von Urlöschen und "NETZ AUS/EIN ohne Pufferbatterie und ohne Memory Card" bei S7-300 CPUs und bei C7-Geräten ohne MMC
Bei "NETZ AUS/EIN ohne Pufferbatterie und ohne Memory Card" bleiben die Remanenzbereiche unbeeinflusst. Wenn in diesem Fall das Programm neu geladen wird, dann arbeitet es mit den alten Werten aus dem Remanenzbereich. Standardmäßig sind dies z.B. die ersten 8 Zähler. Das kann zu gefährlichen Anlagenzuständen führen, wenn Sie es nicht berücksichtigen. Die Auswirkungen von Urlöschen und "NETZ AUS/EIN ohne Pufferbatterie und ohne Memory Card" werden in Tabelle 01 gegenübergestellt.
Empfehlung:
Führen Sie nach einem "NETZ AUS/EIN ohne Pufferbatterie und ohne Memory Card" immer ein Urlöschen durch.
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Urlöschen |
"NETZ AUS/EIN ohne Pufferbatterie und ohne Memory Card" |
| verändert |
-
die Hardwarekonfiguration wird gelöscht,
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das Programm wird gelöscht
-
die Remanenzbereiche werden gelöscht |
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| unverändert |
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Tabelle 01
Wie Sie remanente Operandenbereiche in STEP 7 konfigurieren.
In der folgenden Tabelle 02 ist die Vorgehensweise zum Konfigurieren von Remanenzbereichen in einer S7-300 CPU ohne MMC beschrieben:
| Nr. |
Vorgehensweise |
| 1 |
Öffnen Sie die Hardwarekonfiguration ihrer S7-300-Station. Doppelklicken Sie auf das Symbol ihrer CPU --> Es öffnet sich das Fenster "Eigenschaften - CPU 31x ...".
  Bild 01
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| 2 |
Wählen Sie dort das Register "Remanenz".
  Bild 02
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| 3 |
Innerhalb des Registers "Remanenz" können Sie im Bereich "Remanenz" die remanenten Operandenbereiche für
- Merker,
- S7-Timer und
- S7-Zähler
konfigurieren:
Im Feld "Bereiche" können Sie auch die remanenten Bereiche in Datenbausteinen konfigurieren.
  Bild 03
Achtung:
Bitte achten Sie darauf, dass Ihre als remanent definierten Datenbausteine in der CPU vorhanden und nicht zu kurz sind.
Ebenso dürfen die Datenbausteine auch nicht die Eigenschaft "Unlinked" haben. Die Datenbausteine werden sonst nur in den Ladespeicher geladen. |
| 4 |
Nachdem Sie die gewünschten remanenten Bereiche festgelegt haben, können Sie die CPU-Eigenschaften über "OK" verlassen oder noch Änderungen in einem anderen Registern vornehmen. |
Tabelle 02
Achtung: Bitte beachten Sie, dass inzwischen C7-Geräte ohne MMC einer Typstreichung unterliegen. Bei allen aktuellen C7-Geräten (C7-613, C7-635 und C7-636) muss eine MMC verwendet werden.
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