Welche IO-Controller und IO-Devices unterstützen die Funktionen IRT, priorisierter Hochlauf, MRP, PROFIenergy, Shared-Device, I-Device und taktsynchroner Betrieb?
Beschreibung In diesem Beitrag finden Sie eine Übersicht der PROFINET IO-Controller und IO-Devices, die die folgenden PROFINET Funktionen unterstützen:
Hinweis Unter der Beitrags-ID 49311792 finden Sie eine Übersicht der PROFINET IO-Controller und IO-Devices von SIMOTION und SINAMICS, die die o. g. PROFINET Funktionen unterstützen.
Isochronous Real-Time-Kommunikation (IRT) Synchronisiertes Übertragungsverfahren für den zyklischen Austausch von IRT-Daten zwischen PROFINET-Geräten. Für die IRT-Daten steht eine reservierte Bandbreite innerhalb des Sendetakts zur Verfügung. Die reservierte Bandbreite garantiert, dass die IRT-Daten auch bei hoher anderer Netzlast (z. B. TCP/IP-Kommunikation oder zusätzlicher Realtime-Kommunikation) in reservierten, zeitlich synchronisierten Abständen übertragen werden können.
Priorisierter Hochlauf Priorisierter Hochlauf bezeichnet die PROFINET-Funktionalität zur Beschleunigung des Anlaufs von IO-Devices in einem PROFINET IO-System mit RT- und IRT-Kommunikation.
Die Funktion verkürzt die Zeit, die die entsprechend projektierten IO-Devices benötigen, um in folgenden Fällen wieder in den zyklischen Nutzdatenaustausch zu gelangen:
nach Wiederkehr der Spannungsversorgung
nach Stationswiederkehr
nach Aktivieren von IO-Devices
Medienredundanz-Protokoll (MRP) Medienredundanz ist eine Funktion zur Sicherstellung der Netz- und Anlagenverfügbarkeit. Redundante Übertragungsstrecken (Ringtopologie) sorgen dafür, dass bei Ausfall einer Übertragungsstrecke ein alternativer Kommunikationsweg zur Verfügung gestellt wird.
PROFIenergy Funktion zur Energieeinsparung im Prozess, z.B. in Pausenzeiten durch kurzzeitiges Abschalten der Geber- und Lastversorgung in der Potentialgruppe über standardisierte PROFIenergy-Kommandos.
Weitere Informationen zu PROFIenergy finden Sie in den Handbüchern, die Ihnen unter folgenden Beitrags-IDs zum Download zur Verfügung stehen:
Shared-Device IO-Device, das seine Daten mehreren IO-Controllern zur Verfügung stellt.
I-Device Mit der Funktion I-Device kann ein IO-Controller auch als IO-Device eingesetzt werden und damit z. B. ein eigenes unterlagertes PROFINET-IO Subnetz aufspannen.
Ein I-Device kann zusätzlich als Shared-Device eingesetzt werden.
Taktsynchroner Betrieb von Prozessdaten Prozessdaten, Übertragungszyklus über PROFINET IO und Anwenderprogramm sind zueinander synchronisiert, um höchste Deterministik zu erreichen. Die Ein- und Ausgangsdaten von verteilter Peripherie in der Anlage werden zeitgleich erfasst und zeitgleich ausgegeben. Der äquidistante PROFINET IO-Zyklus bildet hierfür den Taktgeber.
Welche Kommunikationsdienste unterstützen die CPUs mit integrierter PROFINET-Schnittstelle und die WinAC RTX über Industrial Ethernet?
Beschreibung In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der Kommunikationsdienste, die von den CPUs mit integrierter PROFINET-Schnittstelle und von der WinAC RTX (F) über Industrial Ethernet unterstützt werden.
In folgenden Beiträgen finden Sie die Handbücher der o. g. CPUs. Dort finden Sie weitere Informationen zu den Technischen Daten, Kommunikationsdiensten und Mengengerüsten.
Eine Übersicht über die Kommunikationsdienste, welche die S7-300 und S7-400 Industrial Ethernet CPs unterstützen, finden Sie unter den Beitrags-IDs 16767769 und 15368142.
Beschreibung Die Software Redundanz (SWR) ist ein Softwarepaket zum Aufbau hochverfügbarer Steuerungen mit Standardkomponenten. Der Steuerungsteil besteht aus Standard CPUs der S7-300 und S7-400 Reihe. Die Redundanz-Kopplung zum Abgleich der zueinander redundanten CPUs wird mit Standard Kommunikationsmechanismen wie CPs oder über eine MPI Schnittstelle realisiert. Die Anbindung der Peripherie erfolgt über zwei redundante PROFIBUS-DP-Stränge an die ET 200M-Stationen mit redundanten Anschaltungen IM 153-2. Die Software Redundanz können Sie auch auf der WinAC RTX ab der Version 2008 einsetzen.
Hinweis
Weitere Informationen können dem Funktionshandbuch "Software-Redundanz für SIMATIC S7" unter der Beitrags-ID 1137637 entnommen werden.
In den folgenden Tabellen sind für die Software-Redundanz taugliche Baugruppen aufgelistet. Der Kleinbuchstabe x dient hierbei in den Bestellnummern als Platzhalten.
Hinweis
Die ET 200M Stationen müssen immer mit aktiven Busmodulen (6ES7195-7HB00-0XA0 oder 6ES7195-7HC00-0XA0) aufgebaut werden, auch wenn mit S7-300 CPUs prinzipbedingt die Funktion "Ziehen und Stecken von Peripheriebaugruppen im Run-Betrieb der CPU" nicht möglich ist.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und welche Baugruppen können eingesetzt werden, um die Funktion S7-Routing nutzen zu können?
Beschreibung Ab STEP 7 V5.0 SP3 HF3 können Sie mit dem PG/PC über Subnetz-Grenzen hinweg S7-Stationen online erreichen, um z. B. Anwenderprogramme oder eine Hardware-Konfiguration zu laden oder um Test- und Diagnosefunktionen auszuführen. Sie können ein PG/PC an jeder Stelle des Netzes anschließen und zu allen Stationen, die über Netzübergänge erreicht werden, eine Online-Verbindung herstellen.
Netzübergang
Der Übergang von einem Subnetz zu einem oder mehreren anderen Subnetzen liegt in einer SIMATIC- Station, die Schnittstellen zu den betreffenden Subnetzen hat.
Voraussetzungen
Auf dem PG/PC ist mindestens STEP 7 V5.0 SP3 HF3 zur Konfiguration und Nutzung der S7-Routing Funktion installiert.
In dem PG/PC ist eine Schnittstelle (Industrial Ethernet oder PROFIBUS PC CP) installiert, um eine Verbindung zum Netzübergang zu schaffen. Es können die PROFIBUS PC CPs 55xx und 56xx verwendet werden. Als Industrial Ethernet Schnittstelle ist im PG/PC jede NDIS-fähige Ethernet Netzwerkkarte (z.B. 3COM, CP1613) einsetzbar.
Die beteiligten Kommunikations-Baugruppen der Station unterstützen die Funktion S7-Routing.
Die Netzkonfiguration geht nicht über Projektgrenzen.
Sowohl die Baugruppen als auch das PG bzw. der PC sind mit der Projektierungsinformation geladen, die das aktuelle "Wissen" um die gesamte Netzkonfiguration des Projekts enthält. Technischer Hintergrund Alle am Netzübergang beteiligten Baugruppen müssen Informationen darüber erhalten, welche Subnetze über welche Wege erreicht werden können (=Routing-Information).
Hinweis Die nachstehenden Listen wurden mit den Baugruppen des Hardware Katalogs von STEP 7 V5.5 SP2 aktualisiert. D.h. ältere Baugruppen, welche die Funktion S7-Routing unterstützen, sind zwar in den Tabellen aufgelistet, aber nicht mehr zwingend im Hardware Katalog von aktuellen STEP 7-Versionen enthalten.
SIMATIC S7-CPUs Die folgende Liste enthält eine Übersicht der SIMATIC S7-CPUs, die die Funktion S7-Routing unterstützen.
Kommunikationsprozessoren (CPs) Die folgende Liste enthält eine Übersicht der PROFIBUS und Industrial Ethernet CPs, die die Funktion S7-Routing unterstützen.
SIMATIC S7 FM-Baugruppen Die folgende Liste enthält eine Übersicht der SIMATIC S7 FM-Baugruppen, die die Funktion S7-Routing unterstützen.
FM
Version
Bestellnummer
FM 356-4 V5.0
V5.0
6ES7356-4BM00-0AE0
FM 356-4 V5.0
V5.0
6ES7356-4BN00-0AE0
FM 456-2
V5.0
6ES7456-2AA00-0AB0
Tabelle 01
Netzübergänge Die folgende Liste enthält eine Übersicht der Netzübergänge, die die Funktion S7-Routing unterstützen.
Link
Version
Bestellnummer
IE/PB Link
ab V1.0
6GK1411-5AA00
IE/PB Link PNIO
ab V1.0
6GK1411-5AB00
IWLAN/PB Link PNIO
ab V1.1
6GK1417-5AB00
IWLAN/PB Link PNIO
ab V1.1
6GK1417-5AB01
Tabelle 02
SIMATIC S7 IM-Baugruppen Die folgende Liste enthält eine Übersicht der SIMATIC S7 IM-Baugruppen, die die Funktion S7-Routing unterstützen.
IM
Version
Bestellnummer
IM 467
ab V2.0
6ES7467-5GJ02-0AB0
IM 467-FO
ab V2.0
6ES7467-5FJ00-0AB0
Tabelle 03
SIMATIC WinAC RTX, WinAC Slot und WinAC MP Die folgende Liste enthält eine Übersicht der SIMATIC WinAC RTX, WinAC Slot und WinAC MP, die die Funktion S7-Routing unterstützen.
SINAUT Kommunikationsbaugruppen Die folgende Liste enthält eine Übersicht der SIMATIC WinAC RTX, WinAC Slot und WinAC MP, die die Funktion S7-Routing unterstützen.
TIM
Version
Bestellnummer
TIM 3V-IE
ab V1.0
6NH7800-3BA00
TIM 3V-IE Advanced
ab V1.1
6NH7800-3CA00
TIM 4R-IE
ab V1.0
6NH7800-4BA00
TIM 4RD
ab V3.x
6NH7 800-4AD90
Tabelle 05
Hinweis Die Ziel-Station muss die Funktion S7-Routing nicht unterstützen.
Ergänzende Suchbegriffe
Baugruppenfunktion
Welche PROFINET Teilnehmer unterstützen die Automatische Inbetriebnahme bzw. die Funktion Gerätetausch ohne Wechselmedium?
Beschreibung: IO-Devices, die die Funktion "Gerätetausch ohne Wechselmedium" unterstützen, können getauscht werden, ohne dass ein Wechselmedium (z.B. Micro Memory Card) mit gespeichertem Gerätenamen gesteckt sein muss.
Das ausgetauschte IO-Device erhält den Gerätenamen nicht mehr vom Wechselmedium, sondern vom IO-Controller.
Dazu müssen auch der IO-Controller und die benachbarten PROFINET Geräte des ausgetauschten IO-Devices die Funktion "Gerätetausch ohne Wechselmedium" unterstützen.
Der IO-Controller verwendet zur Vergabe des Gerätenamens die in STEP 7 projektierte Topologie und die von den IO-Devices ermittelten Nachbarschaftsbeziehungen.
Folgende IO-Controller unterstützen die Funktion "Gerätetausch ohne Wechselmedium":
Konfigurationshinweis: Mit der erweiterten PROFINET-Diagnose sind Funktionen wie Diagnose und Parametrierung der integrierten Ethernetschnittstellen möglich (z.B. Fiber-Optic-Diagnose und Topologieprojektierung). Die PROFINET IO-Devices, die die erweiterte PROFINET-Diagnose unterstützen, werden in STEP 7 in der Hardware-Konfiguration projektiert. Sie stehen im Hardware-Katalog zur Verfügung und enthalten zusätzliche Ports bzw. Interfacemodule als Subslots im Slot 0.
Beispiel: ET200S mit und ohne erweiterte PROFINET-Diagnose
Bild 01
Folgende IO-Controller unterstützen die erweiterte PROFINET-Diagnose:
Baugruppe
FW
MLFB
PC CPs
CP1616
ab V2.0
6GK1 161-6AA00
CP1604
ab V2.0
6GK1 160-4AA00
SIMATIC NET PC-Software
SOFTNET PROFINET IO
ab V7.1
(Edition 2008)
6GK1704-1HW71-3AA0
Embedded und PC-based Automation
WinAC RTX 2008
ab V4.4
6ES7 671-0RC06-0YA0
S7-mEC, EC31-RTX
ab V4.4
6ES7 677-1DD00-0BB0
S7-400 CPUs
CPU 414-3 PN/DP
-
6ES7 414-3EM05-0AB0
CPU 416-3 PN/DP
-
6ES7 416-3ER05-0AB0
CPU 416F-3 PN/DP
-
6ES7 416-3FR05-0AB0
S7-300 CPUs
CPU 315-2 PN/DP
ab V2.5
-
CPU 315F-2PN/DP
ab V2.5
-
CPU 317-2 PN/DP
ab V2.5
-
CPU 317F-2PN/DP
ab V2.5
-
CPU 319-3 PN/DP
ab V2.5
6ES7318-3EL00-0AB0
CPU 319F-3 PN/DP
ab V2.5
6ES7318-3FL00-0AB0
Industrial Ethernet CPs
CP343-1 Standard
ab V2.0
6GK7343-1EX30-0XE0
CP343-1 Advanced
ab V1.0
6GK7343-1GX30-0XE0
CP443-1 Standard
ab V1.0
6GK7443-1EX20-0XE0
CP443-1 Advanced
ab V2.0
6GK7443-1GX20-0XE0
ET 200S
IM151-8 PN/DP CPU
ab V2.7
6ES7 151-8AB00-0AB0
IM151-8F PN/DP CPU
ab V2.7
6ES7 151-8FB00-0AB0
ET 200pro
IM154-8 CPU
ab V2.5
6ES7 154-8AB00-0AB0
Folgende IO-Devices können die erweiterte PROFINET-Diagnose nutzen:
Die PROFINET IO-Devices, die die erweiterte PROFINET-Diagnose unterstützen, können nur an PROFINET IO-Controllern betrieben werden, die die erweiterte PROFINET-Diagnose ebenfalls unterstützen.
Für einige der oben aufgeführten PROFINET IO-Devices gibt es eine Migrations-GSDML-Datei, um das PROFINET IO-Device an einem PROFINET IO-Controller zu betreiben, der die erweiterte PROFINET-Diagnose noch nicht unterstützt.
Beispiel: PN/PN-Koppler
Bild 02
Hinweis: In den folgenden Applikationen finden Sie eine ausführliche Beschreibung, inklusive Programmbeispiel, der Diagnosemöglichkeiten in einem PROFINET-IO System.
"Diagnoseverfahren zu PROFINET Netzkomponenten (PROFINET IO, SNMP, WBM)" unter der Beitrags-ID: 21566216
"PROFINET IO – Diagnoseverarbeitung im Anwenderprogramm"
unter der Beitrags-ID: 24000238
Welche SIMATIC S7-Baugruppen unterstützen die Funktion "Direkter Datenaustausch" (Querverkehr)?
Konfigurationshinweis: Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick darüber, welche SIMATIC S7-Baugruppen die Funktion "Direkter Datenaustausch" (Querverkehr) als I-Slave bzw. DP-Master im Empfangs- und Sendebereich unterstützen.
Baugruppe
I-Slave
DP-Master
S7-300 CPUs
x
x
S7-400 CPUs
x1)
x1)
CPUs der ET200
BM147-1 CPU
x
x
BM147-2 CPU
x
x
IM151-7 CPU
x
x
IM151-7 CPU FO
x
x
IM151-7 F-CPU
x
x
IM154-8 CPU
x
x
PROFIBUS CPs
CP342-5
-
-
CP443-5 EXT
-
x
S7-400 IM-Baugruppen
IM 467
-
x
IM 467 FO
-
x
WinAC RTX 2005 ab SP2
-
x
x1) Die Funktion "Direkter Datenaustausch" wird ab V3.0 im Sendebetrieb und ab V1.1 im Empfangsbetrieb unterstützt.
Hinweis:
Bei Einsatz von Interface-Modulen hängt die Unterstützung der Funktion "Direkter Datenaustausch" (Querverkehr) von der verwendeten CPU ab und nicht vom Interface-Modul selbst.