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S7-400 CPU 41x -- Produktinformationen -- Performance und Mengengerüste bestimmen 
Wie können Sie die Größe des frei verfügbaren Arbeitsspeichers einer SIMATIC S7-400 CPU beeinflussen? 
Wie viele Verbindungen und Kommunikationsaufträge werden von der SIMATIC S7-300 bzw. S7-400 gleichzeitig unterstützt? 
Welche Verbindungs-Ressourcen werden für Kommunikationsverbindungen bzw. Dienste des Industrial Ethernet CPs in der S7-400 CPU belegt? 
Wie viele Haltepunkte können Sie beim Debuggen eines Programmes einfügen? 
Welche Systemgrenzen sind in einer F-CPU beim sicheren bidirektionalen Datenaustausch mittels S7-Kommunikation gegeben? 
Wie können Sie die Größe des Lade- und Arbeitsspeichers einer SIMATIC S7-300/400 CPU ermitteln? 
Wo finde ich Informationen zu Übertragungszeiten am PROFIBUS bzw. Industrial Ethernet? 
Was ist ein Prozessalarm und wie funktioniert er im S7-400 System? 
Welche Begrenzung für die aktiven Aufträge gibt es bei der Kommunikation mit SFC 58 / SFC 59 bzw. SFB 52 / SFB 53 über PROFIBUS DP bzw. PROFINET IO? 

Wie können Sie die Größe des frei verfügbaren Arbeitsspeichers einer SIMATIC S7-400 CPU beeinflussen?zum Beginn
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Beschreibung
Die Größe des Arbeitsspeichers einer SIMATIC CPU ist abhängig von der Einstellung folgender Parameter:

  • Anzahl der Meldungen im Diagnosepuffer der CPU
  • Anzahl der maximalen Kommunikationsaufträge
  • Die Größe des Prozessabbildes für Ein- und Ausgänge
  • Anzahl Lokaldaten für alle Prioritätsklassen

Die sinnvolle Anpassung dieser Parameter ist besonders effektiv bei CPU-Typen mit kleinem Arbeitsspeicher.

Ein nicht unerheblicher Teil des von der CPU benutzten Arbeitsspeichers für Programme wird für den Diagnosepuffer der CPU verwendet. Hier müssen Sie entschieden, wie viele Meldungen im Diagnosepuffer für Ihre Anwendung ausreichend sind.


Bild 1: Einstellmöglichkeit der Anzahl von Meldungen im Diagnosepuffer der CPU

Auch die Anzahl der Kommunikationsaufträge kann verändert werden. In der Zeile "Kommunikationsaufträge - davon aktuell geladen" (Bild 4) können Sie den Bedarf in Ihrer Anwendung ablesen. Passen Sie die maximale Anzahl an. Hierbei sollte eine Reserve von ca. 30% berücksichtigt werden.
Auch die Lokaldaten können an dieser Stelle geändert werden.


Bild 2: Einstellmöglichkeit der Kommunikationsaufträge und Lokaldaten

Wenn Sie darauf achten, die E/A Adressen der Ein-/Ausgabebaugruppen möglichst lückenlos zu vergeben, kann das Prozessabbild für Ein-/Ausgänge reduzieret werden.


Bild 3: Einstellmöglichkeit des Prozessabbilds

Die Belegung des Arbeitsspeichers können Sie Online in den Eigenschaften der CPU sehen. Im Register "Speicher" wählen Sie hierzu das Feld mit den Werten "Arbeitsspeicher Code" an (mit der Maus in das Feld klicken), dann klicken Sie auf die Schaltfläche "Details Speicherbereich".


Bild 4: Belegung des Arbeitsspeichers der CPU 412

Hinweis
Weitere Informationen zum Aufbau und der Berechnung des Arbeitsspeichers erhalten Sie in dem Gerätehandbuch "Automatisierungssystem S7-400 CPU-Daten" in dem Kapitel "Überblick Speicherkonzept der S7-400-CPUs".

Ergänzende Suchbegriffe
Speichergröße, Komprimierung, Safety Matrix, Programmspeicher, Code-Speicher

Wie viele Verbindungen und Kommunikationsaufträge werden von der SIMATIC S7-300 bzw. S7-400 gleichzeitig unterstützt?zum Beginn
Bestellnummer:

Beschreibung
Die max. Anzahl der Verbindungen und Kommunikationsaufträge, die von einer S7-300 bzw. S7-400 unterstützt werden, ist von der verwendeten CPU und CP abhängig.
Jede Verbindung benötigt auf den beteiligten Stationen Verbindungsressourcen für den Endpunkt bzw. für den Übergangspunkt (z.B. CP). Die Anzahl der Verbindungsressourcen ist CPU- bzw. CP-spezifisch. Wenn alle Verbindungsressourcen eines Kommunikationspartners belegt sind, dann kann keine neue Verbindung aufgebaut werden.

In den Technische Daten der S7-300 CPUs finden Sie Informationen zur max. Anzahl der Verbindungsressourcen.

In den Technischen Daten der S7-400 CPUs finden Sie Informationen zur max. Anzahl der Verbindungsressourcen.

In folgendem Beitrag finden Sie eine Übersicht der Dienste und Mengengerüste, die die CPUs mit integrierter PN-Schnittstelle unterstützen: 18909487.

In folgenden Beiträgen finden Sie Informationen darüber, welche Kommunikationsverbindungen des Industrial Ethernet CPs Verbindungsressourcen der CPU benötigen: 42480411 und 42480718.

In den Handbüchern der CPs finden Sie im Kapitel "Leistungsdaten" u. a. Informationen zur max. zulässigen Anzahl gleichzeitiger Verbindungen über CP.

In den folgenden Beiträgen finden Sie eine Übersicht der Dienste und Mengengerüste, die die Industrial Ethernet CPs der S7-300 und S7-400 unterstützen: 16767769 und 15368142.

Welche Verbindungs-Ressourcen werden für Kommunikationsverbindungen bzw. Dienste des Industrial Ethernet CPs in der S7-400 CPU belegt?zum Beginn
Bestellnummer:

Beschreibung
Für die folgenden Kommunikationsverbindungen des Industrial Ethernet CPs werden in der S7-400 CPU jeweils eine Verbindungs-Ressource benötigt:
 
Kommunikationsverbindung Dienst TSAP
PG-Kommunikation via S7-Server
  • Web-Diagnose, z.B. zur Anzeige des Diagnosepuffers der CPU
  • Uhrzeit stellen bei der CPU 318
  • Applets, z.B. MLFB oder Status der CPU lesen
0x01
Systemverbindung via S7-Server
  • FTP-Server (Lese- und Schreibzugriffe auf File-DBs)
  • FTP-Client (Lese- und Schreibzugriffe auf File-DBs)
  • Applets (Lese- und Schreibzugriffe auf CPU-Daten)
0x03
Systemverbindung
  • SEND und RECEIVE
0x0F

Wenn im Industrial Ethernet die Dienste SEND / RECEIVE, FTP und Web-Diagnose gleichzeitig verwendet werden, dann werden 3 Verbindungs-Ressourcen der S7-400 CPU belegt.

Ein Industrial Ethernet CP belegt max. 3 Verbindungs-Ressourcen in der S7-400 CPU, d.h. max. eine Verbindungsressource für:

  • PG-Kommunikation via S7-Server (TSAP=0x01)
  • Systemverbindung via S7-Server (TSAP=0x03)
  • Systemverbindung SEND/RECEIVE (TSAP=0x0F)

Wie viele Haltepunkte können Sie beim Debuggen eines Programmes einfügen?zum Beginn
Bestellnummer:

Die Anzahl der maximal nutzbaren Haltepunkte wird durch die verwendete CPU bestimmt.

vier Haltepunkte haben:

  • alle SIMATIC S7-400 CPUs
  • alle SIMATIC S7-300 CPUs ab Firmware V3.x
  • die CPU 318-2 DP

zwei Haltepunkte haben:

  • alle SIMATIC S7-300 CPUs (außer die CPU 318-2 DP) mit einer Firmware kleiner als V3.x

Wenn Sie Ihre Haltepunktressourcen ausgeschöpft haben, müssen Sie erst einen Haltepunkt zurücksetzen (löschen), ehe Sie ihn wieder an eine andere Stelle setzen können. Sie müssen dabei auch beachten, dass bereits durchlaufene Haltepunkte weiterhin Ressourcen belegen. Wenn Sie die Maximalzahl der nutzbaren Haltepunkte überschreiten, erhalten Sie die Fehlermeldung "D062 / D063" (Ressourcenüberschreitung). 

Welche Systemgrenzen sind in einer F-CPU beim sicheren bidirektionalen Datenaustausch mittels S7-Kommunikation gegeben?zum Beginn
Bestellnummer:

Beschreibung:
Dieser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick zu den Systemgrenzen der S7-Kommunikation.

Die folgenden Abbildungen zeigen den prinzipiellen Aufbau der S7-Kommunikation zwischen F-CPUs über Industrial Ethernet. Der bidirektionale Datenaustausch erfolgt über eine S7-Verbindung.


Bild 01

Alternativ kann der bidirektionale Datenaustausch über zwei separate S7-Verbindungen erfolgen. Somit können Sie z.B. den Sende- und Empfangskanal strukturell trennen.


Bild 02

Die Systemgrenze der S7-Kommunikation wird durch folgende Parameter bestimmt:

  • Max. Anzahl der Verbindungen, die von der CPU unterstützt werden.
  • Max. Anzahl der projektierbaren S7-Verbindungen pro Schnittstelle.
  • Max. Anzahl der Instanzen, die von der CPU unterstützt werden.

Max. Anzahl der Verbindungen, die von der CPU unterstützt werden
Die folgende Tabelle zeigt die max. Anzahl der Verbindungen, die von den F-CPUs unterstützt werden.
 
F-CPU max. Anzahl der Verbindungen
IM 151-8F CPU max. 12 Verbindungen
CPU 315F-2 PN/DP max. 16 Verbindungen
CPU 317F-2 PN/DP max. 32 Verbindungen
CPU 319F-3 PN/DP max. 32 Verbindungen
CPU 416F-2 DP max. 64 Verbindungen
CPU 416F-3 PN/DP max. 64 Verbindungen
WinAC RTX F 2009 max. 64 Verbindungen

Max. Anzahl der projektierbaren S7-Verbindungen
Die folgende Tabelle zeigt die max. Anzahl der projektierbaren S7-Verbindungen, die von den F-CPUs unterstützt werden.
 
F-CPU max. Anzahl der projektierbaren S7-Verbindungen
IM 151-8F CPU max. 10 projektierbare S7-Verbindungen
CPU 315F-2 PN/DP max. 14 projektierbare S7-Verbindungen
CPU 317F-2 PN/DP max. 16 projektierbare S7-Verbindungen
CPU 319F-3 PN/DP max. 16 projektierbare S7-Verbindungen
CPU 416F-2 DP mit CP443-1 Adv. max. 62 projektierbare S7-Verbindungen
CPU 416F-3 PN/DP max. 30 projektierbare S7-Verbindungen
WinAC RTX F 2009 über CP5611: max. 6 projektierte S7-Verbindungen
über CP5613: max. 48 projektierte S7-Verbindungen
über CP1616: max. 30 projektierbare S7-Verbindungen
über IE Allgemein: max. 14 projektierte S7-Verbindungen

Max. Anzahl der Instanzen
Die folgende Tabelle zeigt die max. Anzahl der Instanzen, die von den F-CPUs unterstützt werden.
 
F-CPU max. Anzahl der Instanzen
IM 151-8F CPU max. 32
CPU 315F-2 PN/DP max. 32
CPU 317F-2 PN/DP max. 32
CPU 319F-3 PN/DP max. 32
CPU 416F-2 DP mit CP443-1 Adv. FW-Version < V5.2: max. 1800 (projektierbar: 600 voreingestellt)
FW-Version ab V5.2: max. 4000 (projektierbar: 600 voreingestellt)
CPU 416F-3 PN/DP max. 600 (interne Schnittstelle)
CPU 416F-3 PN/DP mit CP443-1 Adv. FW-Version < V5.2: max. 1800 (projektierbar: 600 voreingestellt)
FW-Version ab V5.2: max. 4000 (projektierbar: 600 voreingestellt)
WinAC RTX F 2009 max. 600 (projektierbar: 300 voreingestellt)

Beispiel:
In einer CPU 319F-3 PN/DP wird für den sicheren bidirektionalen Datenaustausch die S7-Kommunikation über TCP/IP gewählt. Abhängig davon ob der Datenaustausch über eine oder zwei projektierte S7-Verbindungen erfolgt sind noch 15 oder 14 weitere S7-Verbindungen projektierbar.

Für den sicheren bidirektionalen Datenaustausch über S7-Verbindungen werden im Anwenderprogramm der CPU die fehlersicheren Kommunikationsbausteine "F_SENDS7" und "F_RCVS7" aufgerufen. Diese Bausteine rufen intern jeweils die Systemfunktionsbausteine SFB8 "USEND" und SFB9 "URCV" auf. Damit werden die Nutzdaten und die dazugehörige Quittung gesendet und empfangen. Jedem Systemfunktionsbaustein SFB8 "USEND" und SFB9 "URCV" ist ein Instanz-Datenbaustein zugeordnet. Somit ist die Anzahl der Instanzdaten-Bausteine (=Instanzen) identisch mit der Anzahl der Kommunikationsaufträge.

Dies bedeutet, dass beim sicheren bidirektionalen Datenaustausch mindestens vier Kommunikationsaufträge ausgeführt werden und vier Instanzen benötigt werden. Bei der CPU 319F-3 PN/DP verbleiben in diesem Fall noch 28 freie Instanzen.

Im Anwenderprogramm der CPU 319F-3 PN/DP können Sie in Summe max. 16 fehlersichere Kommunikationsbausteine "F_SENDS7" oder F_RCVS7" aufrufen, da die max. Anzahl der Instanzen auf 32 begrenzt ist.
Beim sicheren bidirektionalen Datenaustausch kann die CPU 319F-3 PN/DP mit max. 8 F-CPUs kommunizieren.

Berechnung für den sicheren bidirektionalen Datenaustausch in der CPU 319F-3 PN/DP:
8  "F_SENDS7" + 8 "F_RCVS7" = 16 fehlersichere Kommunikationsbausteine
8*("USEND" + "URCV") + 8*("USEND" + "URCV")
= 16 "USEND" + 16 "URCV" = 32 Kommunikationsaufträge bzw. Instanzen

Hinweis:
Bei den F-CPUs steht die Sicherheitsfunktion im Vordergrund. Daher ergibt sich die Systemgrenze der S7-Kommunikation nicht nur durch die Anzahl der Kommunikationsverbindungen, sondern auch durch die erreichten Reaktionszeiten. Wenn die geforderten Reaktionszeiten aufgrund der Anzahl der Kommunikationsverbindungen nicht erreicht werden, dann gibt es folgende Abhilfe:

  • Anzahl der Kommunikationsverbindungen reduzieren.
  • Größere bzw. schnellere CPU einsetzen.

Wie können Sie die Größe des Lade- und Arbeitsspeichers einer SIMATIC S7-300/400 CPU ermitteln?zum Beginn
Bestellnummer:

Beschreibung:
In dem folgenden Beispiel soll verdeutlicht werden, wie Sie anhand Ihres Projektes die Größe des Lade- und Arbeitsspeichers ermitteln können um z.B. die Größe der benötigten Speicherkarte zu bestimmen.

  1. Öffnen Sie das Projekt und markieren Sie den Bausteinordner.
     
  2. Drücken Sie die rechte Maustaste und wählen Sie "Objekteigenschaften" aus.


    Bild 01
     
  3.  Im neuen Fenster wählen Sie die Lasche "Bausteine" aus.


    Bild 02
     
  4. Die Größe im Ladespeicher können Sie nun durch Addition des Anwenderprogramms und der Systemdaten ermitteln (rote Markierung).
    z.B. 428 Byte + 710 Byte = 1138 Byte
    Die in der S7-CPU eingesetzte Speicherkarte muss mindestens diese Größe haben.
     
  5. Die Größe des benötigten Arbeitsspeichers der CPU wird Ihnen direkt angezeigt (gelbe Markierung).

Suchbegriffe:
Speichergröße, MMC, MC

Wo finde ich Informationen zu Übertragungszeiten am PROFIBUS bzw. Industrial Ethernet?zum Beginn
Bestellnummer:

Beschreibung:
Die Übertragungszeiten am PROFIBUS und Industrial Ethernet hängen u. a. von den Zykluszeiten der eingesetzten Baugruppen (S7-300 bzw. S7-400 CPU, PROFIBUS CP, Industrial Ethernet CP) und der zu übertragenden Datenmenge ab.

In folgendem Beitrag finden Sie ein Tool zur Ermittlung der Übertragungszeit für typische Konfigurationen am PROFIBUS 22180794.

In folgendem Beitrag finden Sie ein Tool zur Ermittlung der Übertragungszeit für typische Konfigurationen am Industrial Ethernet: 22180793.

Was ist ein Prozessalarm und wie funktioniert er im S7-400 System?zum Beginn
Bestellnummer:

Anleitung:
Im laufenden Prozess können Ereignisse auftreten, auf die schneller reagiert werden muss als im laufenden Programmzyklus möglich. Ebenso gibt es Ereignisse, die nicht lange genug anstehen, damit sie im laufenden Programmzyklus erkannt werden. Deshalb gibt es bei den SIMATIC S7-400 Steuerungen die Prozessalarmbearbeitung.
Zusammen mit prozessalarmfähigen:

  • Analog-Eingabe-Baugruppen (AI),
  • Digital-Eingabe-Baugruppen (DI) und
  • Funktions-Baugruppen (FM)

kann dabei zeitnah ein auf das Ereignis angepasstes Programm aufgerufen werden.
Prozessalarme können annähernd mit Interrupts gleichgesetzt werden.
Dieser Beitrag soll ein Wegweiser zu Prozessalarmen bei S7-400 CPUs sein.

Allgemein:
Tritt während der laufenden Programmbearbeitung ein alarmauslösendes Ereignis ein, dann wird vom Betriebssystem der zugeordnete Alarm-OB aufgerufen, wobei die Bearbeitung des Programmzyklus bzw. der niederprioren Programmbausteine unterbrochen wird. Über die temporären Lokaldaten des Alarm-OB wird das alarmauslösende Ereignis (oder die Ereignisse (mehrere Bits können gesetzt sein)) genauer spezifiziert. Die temporären Lokaldaten können vom Anwenderprogramm im Alarm-OB ausgewertet werden.
Ist der Alarm-OB beim Auftreten eines alarmauslösenden Ereignisses in der CPU nicht vorhanden, dann geht die CPU in STOP.

Prozessalarmauslösende Ereignisse bei den verschiedenen Baugruppen:

Analog-Eingabe-Baugruppen: Bei prozessalarmfähigen Analog-Eingabe-Baugruppen kann ein Wert überwacht werden. Der Prozessalarm kann so parametriert werden, dass bei Wertüberschreitung und/oder Wertunterschreitungen ein Prozessalarm ausgelöst wird. Weitere Infos zu den einzelnen Analog-Eingangs-Baugruppen finden Sie im Handbuch "Automatisierungssystem S7-400 Baugruppendaten" mit der Beitrags-ID: 1117740 im Kapitel 5 . 

Digital-Eingabe-Baugruppen: Bei prozessalarmfähigen Digital-Eingabe-Baugruppen können einzelne Bits überwacht werden. Der Prozessalarm kann so parametriert werden, dass bei negativer und/oder positiver Flanke des Bits ein Prozessalarm ausgelöst wird. Weitere Infos zu den einzelnen Digital-Eingabe-Baugruppen finden Sie im Handbuch "Automatisierungssystem S7-400 Baugruppendaten" mit der Beitrags-ID: 1117740 im Kapitel 4.

Funktions-Baugruppen: Da die prozessalarmfähigen Funktions-Baugruppen unterschiedlichste Aufgaben erfüllen und die Prozessalarme dadurch auch jeweils für unterschiedliche Ereignisse parametriert werden können, soll hier beispielhaft auf die Zählerbaugruppe  FM 450-1 eingegangen werden.
Mit der Baugruppe FM 450-1 kann bei Erreichen der Vergleichswerte, bei Überlauf, bei Unterlauf und/oder bei Nulldurchgang des Zählers ein Prozessalarm in der CPU ausgelöst werden. Weitere Infos zur Baugruppe FM 450-1 finden Sie im Handbuch "Zählerbaugruppe FM 450-1 Aufbauen und Parametrieren" mit der Beitrags-ID: 1118412. Informationen zu den anderen Funktions-Baugruppen finden Sie in der baugruppenspezifischen Dokumentation.
Achtung:

Bei vielen Funktions-Baugruppen ist eine spez. Parametriersoftware notwendig, die mit der Funktionsbaugruppe und der entsprechenden Dokumentation geliefert wird. Die prozessalarmauslösenden Ereignisse können erst zusammen mit STEP 7 und der Parametriersoftware parametriert werden.

(Kommunikations-Baugruppen): In Kommunikations-Baugruppen selbst gibt es keine Möglichkeit prozessalarmauslösende Ereignisse zu projektieren. Die Kommunikations-Baugruppen können aber Prozessalarme von prozessalarmfähigen Baugruppen an die CPU weitergeben. Beispiel: 
Sie können eine CP 443-5 Ext (6GK7 443-5DX01-0XE0)  in den Baugruppenträger ihrer CPU einbauen. Den CP 443- 5 Ext  können Sie als Master parametrieren und eine IM 153-1 (6ES7 153-1AA02-0XB0) ankoppeln. In die IM 153-1 können Sie dann eine prozessalarmfähige Baugruppe einbauen (Siehe Bild 01). Tritt bei dieser Baugruppe dann ein Prozessalarm auf, dann wird von der CPU der zugeordnete Alarm-OB aufgerufen.


Bild 01
 

Alarm-OBs  bei SIMATIC S7-400:
Bei SIMATIC S7-400 CPUs gibt es die Alarm-OBs 40 bis 47. Jeder Baugruppe kann der gewünschte Alarm-OB in HW Konfig (Objekteigenschaften der Baugruppe > Adressen > Prozeßalarm löst aus:) zugeordnet werden. In jedem Alarm-OB werden temporäre Lokaldaten zur Verfügung gestellt. Über diese temporären Lokaldaten wird der Kanal/das Bit, an dem das Prozessalarmereignis aufgetreten ist, spezifiziert.
Die Beschreibung zu den Alarm-OBs finden Sie in STEP 7, wenn Sie im Baustein-Ordner der CPU einen Alarm-OB neu anlegen (rechte Maustaste > Neues Objekt einfügen > Organisationsbaustein  > OB[40...47]), den neu entstandenen OB auswählen und danach "F1" drücken. Dadurch öffnet sich die S7-Hilfe zu den Alarm-OBs. Falls schon ein Alarm-OB vorhanden ist,  können Sie natürlich gleich einen Alarm-OB auswählen und danach die "F1" drücken.
Weitere Informationen zur baugruppenspezifischen Auswertung der Lokaldaten finden Sie im Handbuch "Automatisierungssystem S7-400 Baugruppendaten" mit der Beitrags-ID: 1117740 im Kapitel 4 (Digitalbaugruppen) und in Kapitel 5 (Analogbaugruppen) oder in den speziellen Handbüchern zu den Funktions-Baugruppen.

Bei der CPU 318-2DP gibt es 2 Alarm-OBs (40 und 41). Bei allen anderen S7-300 CPUs steht nur der Alarm-OB 40 zur Verfügung.

Weitere Informationen zu Prozessalarmen bei S7-300 finden unter der Beitrags-ID: 23657941

Konfigurieren eines Prozessalarms:
Prozessalarme können Sie in der Hardwarekonfiguration in den Eigenschaften der alarmfähigen Baugruppen konfigurieren.
Ein Beispiel zur Berechnung der Alarmreaktionszeit bei S7-400 finden Sie im Handbuch "Automatisierungssystem S7-400 CPU-Daten" mit der Beitrags-ID: 14016796 im Kapitel 5.8 und folgende.

Mit den Systemfunktionen SFC 55 (WR_PARM), SFC 56 (WR_DPARM) und SFC57 (PARM_MOD) können die prozessalarmfähigen Baugruppen auch im laufenden Programmzyklus parametriert werden. Wie Sie die Baugruppen über die entsprechenden Datensätze mit den Systemfunktionen parametrieren, finden Sie im Handbuch "Automatisierungssystem S7-400 Baugruppendaten" mit der Beitrags-ID: 1117740.
Informationen zu den verschiedenen SFCs finden Sie in der S7-Onlinehilfe und im Handbuch "Systemsoftware für S7-300/400 System- und Standardfunktionen" mit der Beitrags-ID: 1214574 im Kapitel 7.1.
Achtung:

Die Systemfunktionen SFC 55, SFC56 und SFC 57 sind über PROFINET IO nicht einsetzbar.

Prozessalarme sperren, verzögern, freigeben:
Prozessalarme können Sie mit Hilfe der Systemfunktionen SFC 39 (DIS_IRT IRT_FUNC),  SFC 40 (EN_IRT IRT_FUNC)  , SFC 41 (DIS_AIRT IRT_FUNC) und  SFC 42 (EN_AIRT IRT_FUNC) sperren, verzögern und wieder freigeben.
Informationen zu den verschiedenen SFCs finden Sie in der S7-Onlinehilfe und im Handbuch "Systemsoftware für S7-300/400 System- und Standardfunktionen" mit der Beitrags-ID: 1214574 im Kapitel 12.

Welche Begrenzung für die aktiven Aufträge gibt es bei der Kommunikation mit SFC 58 / SFC 59 bzw. SFB 52 / SFB 53 über PROFIBUS DP bzw. PROFINET IO?zum Beginn
Bestellnummer:

Konfigurationshinweis:
Mit den Systemfunktionen bzw. -bausteinen SFB52 "RDREC" / SFC59 "RD_REC" (read record) werden Datensätze einer Komponente (Baugruppe bzw. Modul) eines DP-Slaves/PROFINET IO-Devices gelesen. Mit den Systemfunktionen bzw. -bausteinen
SFB53 "WRREC" / SFC58 "WR_REC" (write record) werden Datensätze an eine Komponente (Baugruppe bzw. Modul) eines DP-Slaves/PROFINET IO-Devices übertragen.

Abhängig von der eingesetzten CPU ist die Anzahl der aktiven Aufträge der Systemfunktionen bzw. -bausteine SFB53/SFC58 bzw. SFB52/SFC59 begrenzt.

In der folgenden Tabelle finden Sie Informationen darüber, wie viele aktive Aufträge der Systemfunktionen bzw. -bausteine SFB53/SFC58 bzw. SFB52/SFC59 von Ihrer CPU gleichzeitig unterstütztwerden.
 
Systemfunktion/
Systembaustein
SFB 52 "RDREC"/
SFB 53 "WRREC"
SFC 59 "RD_REC"/
SFC 58 "WR_REC"
Bedeutung Datensatz aus DP-Slave, PROFINET IO-Device Datensatz aus DP-Slave
IM154 (ET 200pro)
IM151 (ET 200S)
IM147 (ET 200X)
4 Aufträge zusammen mit SFC 58/59 4 Aufträge zusammen mit SFB 52/53
CPU 312, CPU 313, CPU 314
CPU 315, CPU 316
4 Aufträge zusammen mit SFC 58/59 4 Aufträge zusammen mit SFB 52/53
CPU 317, CPU 319
CPU 318-2
8 Aufträge zusammen mit SFC 58/59 8 Aufträge zusammen mit SFB 52/53
CPU 41x1) jeweils 8 Aufträge pro PROFIBUS DP-Strang bzw. PROFINET IO-System jeweils 8 Aufträge pro PROFIBUS DP-Strang bzw. PROFINET IO-System
1) Die Anzahl gleichzeitiger Aufträge an externen PROFIBUS DP-Strängen bzw. PROFINET IO-Systemen darf in Summe 32 Aufträge pro SFC/SFB nicht überschreiten.

Beispiel:
Bei einer CPU 414-2DP können max. 48 Aufträge pro SFC/SFB gleichzeitig ausgeführt werden (jeweils 8 an den beiden PROFIBUS DP-Strängen, die an den integrierten Schnittstellen der CPU angeschlossen sind und 32 an externen PROFIBUS DP-Strängen und PROFINET IO-Systemen).

Regeln:

  • Innerhalb der Baugruppenträger (CR, ER) gibt es keine Beschränkung gleichzeitiger Aufträge. Über den Rückwandbus laufen die SFCs synchron. Synchrone SFCs können "beliebig" viele aufgerufen werden.
  • Wenn Sie mehrere Kommunikationspartner am PROFIBUS-Netz betreiben, dann achten Sie bitte darauf, dass nie mehr als die angegebenen Aufträge gleichzeitig aktiv sind. Dabei kann ein SFC/SFB mehrere CPU-Zyklen lang laufen.
  • Die in diesem Beitrag aufgeführten Begrenzungen für die aktiven Aufträge der Systemfunktionen bzw. -bausteine SFB53/SFC58 bzw. SFB52/SFC59 gelten auch für Bausteine, die diese Systemfunktionen bzw. -bausteine intern aufrufen. Dazu zählen zum Beispiel die Bausteine FM_CS, PID_FM und FMCS_PID.
    Beispiel:
    Bei der Kommunikation mit einer FM 355 (4 Kanäle parametriert) über den Baustein FMCS_PID werden 4 aktive Leseaufträge belegt.

Hinweis:
Die Systemfunktionen SFC58/59 sind auf allen CPUs verfügbar.

 Beitrags-ID:23412103   Datum:2011-12-21 
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