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FRAGE:
Was ist unter MIB zu verstehen?
ANTWORT:
Eine MIB (Management Information Base) ist eine standardisierte
Datenstruktur aus verschiedenen SNMP-Variablen, die in einer vom
Zielsystem unabhängigen Sprache beschrieben werden.

Bild 1: Übersicht über MIB
Durch die herstellerübergreifende Standardisierung der MIBs und
der Zugriffsmechanismen lässt sich auch ein heterogenes Netzwerk
mit Komponenten von unterschiedlichen Herstellern überwachen und
steuern. Heute sind z.B. folgende Standard-MIBs definiert:
- MIB2
- Bridge-MIB
- RMON-MIB
- MAU-MIB
Werden zur Netzüberwachung komponentenspezifische, nicht
standardisierte Daten benötigt, so können diese in sogenannten
private-MIBs von den Herstellern beschrieben werden. Dadurch können
auch Werte abgefragt werden, die nicht in den Standard-MIBs
enthalten sind.
Welche Informationen über private MIBs zugänglich sind, wird bei
den jeweiligen Herstellern beschrieben.
Die RFC1213 legt die MIB II fest, die von allen SNMP-fähigen
Geräten unterstützt wird. Die RFC1213 ist über den folgenden Link
verfügbar:
http://www.faqs.org/rfcs/rfc1213.html
Die OSM/ESM mit Netzwerkmanagement unterstützen folgende
MIBs:
- RFC1213: MIB II
- RFC 2233: Interface MIB
- RFC1286, RFC1493: Bridge–MIB
- RFC1757: RMON–MIB
Die private-MIB von SIMATIC NET Netzwerkkomponenten ist auf der
mitgelieferten CD enthalten. Die private MIB–Datei kann auch bei
OSM/ESM direkt mit einem Web–Browser geladen werden.
http://<IP–Adresse des OSM/ESM>/snOSM.mib
Eine MIB beschreibt die Gesamtheit aller SNMP-Objekte
(SNMP-Variablen), die sich im Netzwerk befinden. Die
MIB-Informationen sind dabei ähnlich der Windows-Registry
strukturiert.
Die OID (Object Indentifier) beschreibt die Adresse des
MIB-Objekts. Bei standardisierten MIB-Objekten ist die Adresse fest
vorgegeben. Private MIB-Objekte werden immer unter dem "Enterprise"
Verzeichnis abgelegt. Die Adressen innerhalb dieser Struktur sind
dem Hersteller überlassen. Lediglich die Herstellernummer muss
registriert sein. Folgende Internetseite beinhaltet eine Auflistung
von registrierten Herstellern, die private SNMP/MIB-Objekte
anbieten.
http://www.iana.org/assignments/enterprise-numbers

Bild 2: Strukturübersicht
Das Standardobjekt "sysdescr" (Adresse des Objekt
0.1.3.6.1.2.1.1.1) beinhaltet eine textuelle Beschreibung der
SNMP-Komponenten. Bei dem OSM TP62 wird dort der String "OSM TP62"
ausgegeben. Damit private, nicht standardisierte Informationen
lesbar sind, müssen diese privaten MIBs einer Managementstation
(z.B. SNMP OPC Server) bekannt gemacht werden. Andernfalls können
diese Objekte nicht adressiert werden. Um MIB-Objekte unmittelbar
lesen und schreiben zu können, werden sogenannte MIB-Browser
verwendet. MIB-Browser sind oft im Standardumfang von
Netzwerkmanagement-Applikationen enthalten.
Damit diese MIBs in das jeweilige System integrierbar sind, müssen
wiederum sogenannte MIB Compiler verwendet werden. In STEP 7 / NCM
PC ist ein MIB-Compiler für die Projektierung des SNMP/OPC-Servers
vorhanden.
Mit dem MIB-Compiler von SIMATIC NET können beliebige Fremdgeräte
und auch neue SIMATIC NET Geräte eingebunden werden.
Voraussetzung dafür ist eine MIB-Beschreibung dieses Gerätes.
Während die MIB einzelne Systemaspekte -wie Informationen über
die verwalteten Knoten oder statistische Informationen über
Durchsatz von Paketen, aufgebaute Verbindungen, Fehlermeldungen
usw.- verwaltet, bildet SMI das Gerüst für die MIB, in dem mit der
"Structure of Managed Information" die Art der Repräsentation von
Objekten und die Art des Austausches durch das Protokoll genau
beschrieben wird. Es gibt heute MIBs nach SMIv1 und SMIv2. Für den
MIB-Compiler von SIMATIC NET müssen diese MIBs SMI v1 entsprechen.
Das Format SMI v2 wird zwar dort nicht unterstützt, aber bei den
meisten SNMP-Komponenten werden beide MIB-Formate angeboten.
Suchbegriff:
MIB, SNMP, Netzwerkmanagement, OSM, ESM
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